[...] Nicht von Spezialist zu Spezialist können sie kommunizieren, sondern sie müssen sich auf ein gemeinsames Drittes beziehen, sie brauchen eine Verständigungsbasis der von allen geteilten Werte und Grundhaltungen [...] mehrheitlich betont, dass künftig dieser Kernbereich der geteilten Erfahrungen und Haltungen immer entscheidender werden wird für die Integrationsfähigkeit ganzer Gesellschaften. Ein gemeinsamer Kern, das bedeutet: Die Menschen müssen früh gelernt haben, sozial miteinander umzugehen, auch wen sie unterschiedlicher Meinung sind. Sie müssen eine gemeinsame Sprache gefunden haben. Sie müssen alle etwas wie Einstiegswissen haben, [...]
Elschenbroich 2002, Seite 72
Es geht in dem Buch im Schwerpunkt um das Weltwissen, welches wir unbedingt unseren Kindern vermitteln sollten. Der Anfang des Zitats brachte mich auf ein Gespräch, was ich vor etwas längerer Zeit führte. Dabei ging es um die Abschaffung der Nationalstaaten, was ich in keinster Weise sinnvoll fand. Ich lies mir erklären was dafür spräche und formulierte meine Gedanken.
Erst jetzt lese ich von diesem sehr wichtigen Punkt, der zwar auch in meinen Erklärungen mitschwang, aber nicht gelebt, sondern nur gesagt wurde: eine Verständigungsbasis, geteilte Werte und Erfahrungen als gemeinsamen Kern — das ist von höchster Wichtigkeit. Das sind Eigenschaften, welche ich beim Aufwachsen in einem Nationalstaat erlebe, gezwungener Maßen. Natürlich gibt es Ländergrenzen überwindende Grundhaltungen, welche ebenso dienen können, doch werden in einem engen Lebensbereich aufgewachsene Menschen eher und mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Genuß von einer Grundhaltung kommen, auf welche man sich beziehen kann. Die notwendige Vielfalt zur gesunden Entwicklung bietet dann das Leben außerhalb des engen Lebensbereichs — der Staat in welchem man aufwächst.
In ihm kann ich Reisen und es gelten selbst in Unkenntnis leicht erfühlbare, ähnliche Bedingungen, welche Sicherheit geben und der Entwicklung von sprachlichen und fachlichen Kompetenzen nicht im Wege stehen.
Auch die staatsübergreifende Entwicklung ist sehr wichtig, jedoch ist die Ankunft in einem so viel anders anfühlenden, andersartigen, großen neuen Weltbereichs eine große Sache. Die Kinder und Menschen sollen schnuppern und kennen lernen, sollen Reisen und mit anderen reden und Zeit verbringen, dann, wenn sie eine Gewisse Sicherheit haben und nicht zu frei im Welten Raum der Empfindungen und Standpunkte schweben und die Gefahr besteht, dass sie sich verlieren und den notwendigen Schutz-, Rückzugs- und Sicherheitsbereich nicht haben. Fußend auf diesem Halt ist eine weltoffene Entwicklung mit einer gesunder Verständigungsbasis gegeben. Obwohl die Gedanken anfangs gegenläufig klingen, benötigen sie einander, um wohlgefällig zu Leben.