08.04.2006
Abstinuß

Der Genuß der Welt liegt in der Erkenntnis, dass man Teile dieser immer vernachlässigen muß, um zu leben. Das Ent- oder Wiederentdecken soll dann keine Strafe sein - man soll es Genießen. Solch Genuß ist nur durch vorherige Abstinenz ein wahrer.


02.04.2006
entwohnter Bewanderwußtseinsdrang

Wohnen heißt, man kehrt zum Schlafen immer wieder an die selbe Stelle zurück, man hat eine feste Kochstelle, ein Arbeitszimmer und ein Wohnzimmer. Beim Wohnen sind die Abläufe klar und vor allem - immer gleich.
Man sagt auch, Abläufe sind zu Gewohnheiten geworden. Oder man sagt, diese Art von Sache bin ich gewohnt. Der positive Effekt des gewohnt sein ist, dass es uns leicht fällt Abläufe zu meistern, die wir kennen. Dadurch können wir sie perfektionieren und irgendwann fast automatisch. Aber wer will schon automatisch werden und irgendwann merken, dass er die gemachte Sache keinenfunkens bewußt gemacht hat?
Die Gewohnheit macht uns zu Maschinen - doch das ist nicht das Schlimmste. Die Gewohnheit führt zu einseitigen Belastungen unseres lieben Körpers. Konzipiert ist dieser für eine breite Palette von Aufgaben. Überwiegt nun eine spezielle Tätigkeit, egal ob geistig oder physisch, kommt es zu einem ungleichmäßigen Verschleiß und zu einem "komischen Empfinden". Es beginnt ein Teufelskreis, aus komisch wird krank und der Verschleiß nimmt exponential zu.
Das kann bedeuten man denkt immer wieder über die selben Abläufe nach, man macht sich Gedanken über ein ungewisses Szenario, man hat das Gefühl das etwas fehlt und ist ständig auf der Suche, man hat das Gefühl zu dick zu sein und ißt ungesund wenig, man hat den Drang sich zu informieren und sitzt zu viel vor Buch oder Rechner, man hat den Drang was erleben zu wollen und muß jeden Abend in die Spur, man steht am Fließband und macht eine einseitige Tätigkeit, man sitzt im Büro und macht einen einseitigen Tagesablauf.

Schau dir deinen Körper an und dann schau dir die Welt an und frage dich, wie viele Facetten des Lebens du schon genossen hast um im Resultat zu spüren, wie gut die Welt deinem Körper und deiner geistigen Entwicklung tut.
Spezialisierung ist wichtig, aber im entscheidenden Augenblick diese an jemanden weitergeben um sich neuen Welten zu stellen, dass scheint die Kunst eines ausgeglichenen Lebens.

07.03.2006
Freudenkost

Mit Freude sehe ich das Leben in der Stadt, auch wenn ich die Art und Weise so dicht miteinander zu leben nicht unbedingt bevorzuge. Trotz schwieriger Umstände in Bezug auf Wetter und partieller Kaufschwäche in vielen Wirtschaftsbereichen sind gar viele Menschen umher und daran, dem täglichen Leben einen schönen Rahmen zu geben.
Ich treffe Menschen, die freiwillige und leicht bezahlte Arbeit machen und kann der Freude viel abgewinnen, da ich auch selbst zu solchen Lebenszügen neige. Es ist einfach ein anderes Miteinander, wenn der Sinn der Dinge ins Abstraktere rückt und von vielen Menschen mit vielen verschiedenen Interpretationen und Zielen behaftet werden kann. Jeder kann für seinen Sinn an der Welt tun, auch wenn dieser nicht direkt absehbar ist - für andere oder für einen selbst.

Der Kritiker wird dabei auf die Münzen schauen und mit einem verschmitzen Lächeln von Dannen ziehn - doch was sind die Dinge, die ihm wahrliche Bereicherung bescheren und was sind hochgradig fehlentschiedene Ausgaben, wo der Balsam für die Seele schon lange fehlt?
Auch wenn eine Sache einmal angenehm war, muss sie dies nicht statisch auf alle Ewigkeit sein. Auch tut der kontinuierliche nicht unbedingt gut daran, noch Jahre zu warten und durch Dauerhaftigkeit dem Schönen aufzuwarten - manchmal wird es nicht mehr schöner. Das ändern dann auch die Preise einer Reise nicht. Also lasst uns schauen, was wahrlich Freude ist und wir werden sehen, dass diese Dinge meist gar wenig kosten.


05.03.2006
verwegene Normibilität

Es kann ein bedrückendes Gefühl sein, wenn man im Leben Wege geht, die einem selbst und seinem Umfeld fremd sind. Doch sollte man nicht verwegen sein, sondern die Kost schätzen lernen.

Das Leben gibt jenen Traurigen die Norm,
deren Flexibilität schwach scheint.
Doch bist du nicht in Trauer,
fröhne freuend deiner Normalität - sie ist dein Heil.

Oftmals hat das Bedrücken auch damit zu tun, dass du selbst dir nicht völlig bewußt bist, was du hast. Ja, manches Mal muß man heilige Stätten aufsuchen, um Bewußtsein wieder leben zu können. Doch sollst du nicht huldigen, denn wenn der Mensch solch Stätten nicht in der Lage ist zu bauen, baut Natur uns jene.

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