Harmonisch werden Blogs, Tagebücher und Zitatsammlungen, weil es nur eingeschränkte Abbildungen des Lebens oder essentielle Sichten eines Lebewesens sind. Als schlechte Modelle beinhalten sie nur einzelne Lichtblicke, einzelne Erkenntnisse, einzelne Schlechtigkeiten, einzelne Resultate, vom oder durch das Leben erkannten Inhalten.
Der beherzte Leser vermutet nun, in diesen Nuancen die Wahrheit, Beziehungsweise eropfert sich der Illussion, den Schreiber folgend richtig gut zu kennen – aber nein, er lernt den Schreiber nur über Details kennen, welcher dieser wiederrum für schreibenswert hält. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass er nur Inhalte anpreist, welche ihn gut darstellen – es wird also ein Realitätsgefälle geschaffen.
Der naive Schreibende denkt nun, durch verstärkte Dokumentation seines Lebens, näher an die Wirklichkeitsdarstellung seines Ichs im Netz zu kommen. Mathematisch betrachtet gibt es einen Grenzpunkt – wenn er mehr berichtet als er selbst erlebt. Irgendwann verfängt er sich in einer Schleife, in welcher er nur noch berichtet, wie er im Netz über sich berichtet Beziehungsweise andere über seine Inhalte berichten.
Das wahre Leben ist jedoch schon da und enthält viel mehr Details. Das ist natürlich weniger berechenbar und wir denken dato, dass man zu viel vergisst, wenn man es nicht niederschreibt. Doch nein – ich muss euch trösten ihr Lieben. Essenzen von gelebten Weisen formen sich zu deinem Ich in eine Energie, welche wir schon lange beschreiben zu versuchen. Diese Energie scheint einmal geformt zu überdauern, da Menschen mit verschiedenen Startmengen an dieser Energie auf der Erde geboren werden.
Klar ist die Welt umfangreich und das WEB 2.0 aus unserer Sicht schneller durchsuchbar nach einem spannenden „tag“, doch – in der Welt musst du einfach den passenden Ort finden (die anderen suchenden Menschen werden wir gleich tun) und man findet genauso gute Suchergebnisse.
Nutze das bereits Erhaltene, geh raus und lass uns gegenseitig ins Gesicht strahlen…